Wahlordnung

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Hier kannst du die Wahlordnung von Thunis lesen. Das Programm, das wir zur Auswertung des Standardwahlverfahrens benutzen ist Open Source und kann hier von jedem auf Richtigkeit überprüft werden: https://gitlab.com/Thunis/jsschulze

Thunis Wahlordnung

Präambel

In diesem Dokument wird zur erhöhten Lesbarkeit konsequent die sprachliche Grundform für geschlechtsspezifische Worte verwendet. Im Verein herrscht Gleichberechtigung aller Geschlechter. Es treffen die (meist “männlich” assoziierten) Worte immer unabhängig von jeglichem Geschlecht auf alle Personen zu.

§1 Wahl der Sitzungsleitung

  • Falls es keinen Konsens zur Sitzungsleitung gibt, wird ein Sitzungsleiter nach §3 bestimmt.

§2 Vorschlag des Wahlverfahrens

  • Die Sitzungsleitung schlägt für jede Wahl ein Wahlverfahren vor. Wenn es dazu keinen Einspruch von einem anwesenden Stimmberechtigten gibt, gilt dieses Wahlverfahren für die entsprechende Wahl. Nach Beginn der Wahl kann das Wahlverfahren für die entsprechende Wahl nicht mehr geändert werden.
  • Falls nach einem Einspruch kein Konsens (der Stimmberechtigten) für ein Wahlverfahren gefunden werden kann, gilt das unten beschriebene Standardwahlverfahren.
  • Wahlen, für die in dieser Wahlordnung explizit ein Wahlverfahren vorgeschrieben sind, sind von dieser Regelung ausgenommen.

§3 Das Standardwahlverfahren

Dem Standardwahlverfahren liegt die Schulze-Methode zugrunde. Es gilt die im Anhang beschriebene Methode mit folgenden Änderungen bzw. Ergänzungen:

  • Bei einer Personenwahl können nur Kandidaten vorgeschlagen werden, die damit einverstanden sind.
  • Jeder Stimmberechtigte kann vor der Abstimmung Optionen hinzufügen. Bei Missbrauch dieses Rechts kann es einzelnen Personen für die Dauer eines Wahlvorgangs durch das Gremium entzogen werden. Dieser Entschluss wird per Handzeichen gefasst.
  • Es besteht die Möglichkeit der Ablehnung von Optionen. Optionen, die von der Mehrheit der Stimmberechtigten abgelehnt werden scheiden aus. Dies kann vor der Abstimmung durch Handzeichen oder per Stimmzettel passieren. Falls keine Option übrig bleibt, kann die Wahl erneut durchgeführt, oder abgebrochen werden. Dies wird per Handzeichen abgestimmt.
  • Jede abgegebene Stimme muss auf den Optionen eine Totalordnung beschreiben.
  • Die Auszählung kann von einem Computerprogramm durchgeführt werden, wenn dessen Quelltext bekannt ist.

§4 Änderungen an Satzung oder Wahlordnung

Wenn eine Wahl eine Änderung an der Satzung oder an dieser Wahlordnung bewirkt, findet ein zusätzlicher Wahlgang statt. Dabei wird nur die im vorherigen Wahlgang siegreiche Option gegen die Option “keine Änderung” abgestimmt. Die Änderung muss hierbei mit Zweidrittelmehrheit angenommen werden. Andernfalls findet keine Änderung statt.

Falls von Beginn an nur eine Änderungsoption vorgeschlagen wurde, kann die Wahl auf den hier beschriebenen letzten Wahlgang reduziert werden.

§5 Wahl zur Auflösung des Vereins

Diese Wahl findet per Handzeichen und nicht geheim statt.

Zur Auflösung ist eine Zweidrittelmehrheit in der Mitgliederversammlung erforderlich.

Anhang: Die Schulze-Wahlmethode

“Kandidat” kann hier auch für eine nicht-personelle Wahloption stehen.

Ein Weg (path) vom Kandidaten X zum Kandidaten Y der Stärke z ist eine Sequenz von Kandidaten C(1),…,C(n) mit den folgenden Eigenschaften:

  • C(1) = X, d. h. der Weg beginnt bei X.
  • C(n) = Y, d. h. der Weg endet bei Y.
  • ∀ i = 1,…,(n-1): d[C(i),C(i+1)] > d[C(i+1),C(i)], d. h. jeder Kandidat auf dem Weg gewinnt den paarweisen Vergleich gegen den auf ihn folgenden Kandidaten.
  • ∀ i = 1,…,(n-1): d[C(i),C(i+1)] ≥ z, d. h. jeder Kandidat auf dem Weg wird gegenüber dem auf ihn folgenden Kandidaten von mindestens z Wählern bevorzugt.
  • ∃ i = 1,…,(n-1): d[C(i),C(i+1)] = z, d. h. wenigstens einer dieser Vergleiche wird von (nur) genau z Wählern gestützt.

Hat ein Weg C(1),…,C(n) die Stärke z, so werden die Bögen dieses Weges, für die d[C(i),C(i+1)] = z gilt, „kritische Siege“ genannt. Bei ihnen handelt es sich um die schwächsten Siege auf dem Weg.

p[A,B], die Stärke des stärksten Weges vom Kandidaten A zum Kandidaten B, ist der größte Wert, so dass es einen Weg dieser Stärke vom Kandidaten A zum Kandidaten B gibt. p[A,B] := 0, falls es keinen Weg vom Kandidaten A zum Kandidaten B gibt.

Kandidat D ist besser als Kandidat E, genau dann wenn p[D,E] > p[E,D] ist.

Ein Kandidat gewinnt, wenn er besser als jeder andere Kandidat ist. Der nächstbeste Gewinner ist derjenige Kandidat, der besser als jeder andere Kandidate ist, abgesehen von den bisherigen Gewinnern. Wenn Kandidaten gleich gut sind, entscheidet das Los. Wenn in einer Wahl mehrere Posten zu besetzen sind (oder allgemein mehrere Optionen gewählt werden müssen), so werden diese nach der Reihenfolge der Gewinner vergeben.